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Textilkunst International Ausgabe 01/2017
Autorin: Dr. Cornelia von Detten

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Gabriele Münter Preis 2017
… Es gibt auch hier interessante Positionen, wie bspw. die kinetische Stahlplastik “Karriereleiter” von Anja Luithle. In dieser Arbeit werden rote Absatzschuhe, stellvertretend für die Frau, an einem mechanischen Seilzug nach oben befördert. Oben angekommen stürzen sie ab und Knallen mit einem lauten Geräusch auf die unterste Ebene. Der Prozess beginnt von vorne und endet wieder im Absturz – eine Sisyphos-Arbeit. Oder direkt gegenüber das Bild von Rose Stach. Die Künstlerin hat einen orientalischen Teppich schwarz übermalt und lässt dabei die Konturen eines Panzers übrig. Die Arbeit scheint in den Ausstellungsräumen der Akademie der Künste mit dem Knall der Absatzschuhe von Anja Luithle zu kommunizieren und lebendig zu werden.
Viele Werke sprechen hochaktuelle Themen an, berühren Traumata und gesellschaftliche Bekenntnisse, wollen Etwas verändern. Und ein Schritt zur Veränderung in der Kunstlandschaft ist die Vergabe des Gabriele Münter Preises selbst.
art in Berlin
Autorin: Olga Potschernina

http://www.art-in-berlin.de/incbmeld.php?id=4230

Im Bilde 03.2016_S.1 - BBK-Bayern_Ausschnitt

Im Bilde, Fachzeitschrift Berufsverband Bildender Künstler, 3/2016, S.1

SZ-Archiv: A67764278

DIZdigital: Süddeutsche Zeitung GmbH, München

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Entspannter Blick

Die Münchner Rathausgalerie zeigt, wie sich das Frauenbild über die Jahrhunderte verändert hat. Hier ein Foto von Rose Stach: „Partygirls“ in Cannes.

Die Ausstellung „Idol+“ beschäftigt sich mit den verschiedenen Rollenbildern der Frau in der feministischen Kunst und schaut dabei auch 50 Jahre zurück

Von Evelyn Vogel

Als Nina Hagen Ende der Siebzigerjahre in einem ihrer Lieder lautstark fragte: „Warum soll ich meine Pflicht als Frau erfüllen?“ und behauptete: „Vor dem ersten Kinderschrei’n, muss ich mich erst mal selbst befrei’n“, war das auch Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins der Frau. Kinder, Küche, Kirche gehörten zwar noch nicht wirklich der Vergangenheit an, aber erste Schritte in Richtung Selbstbestimmung waren gemacht. Dazu bei trugen nicht nur Hippie-Flower-Power, Pille und freie Liebe, sondern auch Frauen, die sich in den Sechziger- und Siebzigerjahren in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens engagierten und öffentlich Position bezogen, anstatt sich hinter dem Herd zu verstecken.

Auch in der Kunst, wo wie fast überall Männer das Sagen hatten, bezogen sie Position – oft, indem sie in den öffentlichen Raum hinein wirkten. Die feministische Kunst der Siebzigerjahre brachte nicht umsonst so viele Performancekünstlerinnen hervor. Nicht selten machten diese dabei ihren Körper zum Teil ihrer Kunst. Eines der bekanntest Beispiele jener Zeit ist Valie Export mit ihrem Tapp- und Tastkino, der die Männer gierig zuhauf auf den Leim gingen.

Um Positionen zeitgenössischer feministischer Kunst geht es in der Ausstellung „Idol+“, die die Gedok München zusammen mit dem Künstlerhaus Wien und der Rathausgalerie auf die Beine gestellt hat. Zu sehen sind Arbeiten von 21 Künstlerinnen, die sich mit dem Selbstbild der Frau und Entwürfen weiblicher Identität auseinandersetzen. Radikal feministische Positionen wie vor Jahrzehnten sind nicht dabei. Vielleicht die Folge eines gestiegenen Selbstbewusstseins. Feministische Kunst heute muss nicht verbissen agieren, sie kann auch mit sehr viel Selbstironie mit weiblichen Rollenbildern umgehen.

So sind einige vielschichtige und hintersinnige, zugleich aber auch ungemein witzige Arbeiten in der Ausstellung zu entdecken. Die meisten stammen aus den vergangenen zehn Jahren. Eine Ausnahme stellt Maria Lassnigs kurzer Zeichentrickfilm „Selfportrait“ von 1971 dar – eine frühe Arbeit, in der sie sich mit ihrer eigenen Rolle als Frau auseinandersetzte. In Malerei, Zeichnung, Collage, Fotografie, Videoarbeit, Skulptur und Installation hinterfragen vorallem die jüngeren Künstlerinnen klassische Klischees und moderne Stereotypen.

Zu den nachdenklicheren gehören die Schwarz-Weiß-Fotografien von Cirenaica Moreira, die, ohne auf Schockeffekte zu setzen, Themen wie Misshandlung, Vergewaltigung und Kindesmissbrauch thematisiert. Raffiniert mit männlicher und weiblicher Erwartungshaltung und körperlicher Optimierungssucht spielt Birthe Blauth in ihren Sound- und Videoinstallationen. „Die 4 Grazien“, eine Gruppe aus Wien, die sich ohne Publikum performativ in Szene setzt, nehmen die Geschlechterrollen mit viel Witz aufs Korn.

Ina Loitzl reflektiert in ihrer skurrilen Video-Animation auch ein Stück feministischer Kunstgeschichte, ebenso wie Dörthe Bäumer mit ihrer Hommage an Ana Mendieta. Rose Stach erforscht mit ihren „Partygirls“ normierte weibliche Rollenbilder in verschiedenen Kulturkreisen und stößt dabei ähnlich wie Sabine Groschup mit den „Sweet Ladies“ Assoziationen an, wie sie noch vor der Jahrtausendwende nicht eingesetzt hätten, als muslimische Werte noch geringer in unserem westlichen Denken präsent waren.

Noch mehr interessante, aber auch einige schwächere Positionen sind in der Ausstellung zu sehen, die Idole hinterfragt, ohne neue zu schaffen. Genug des Schubladendenkens! Trotz der Fülle wirkt die Schau, die luftig um den plätschernden Brunnen gruppiert ist, nicht überfrachtet. In einer Vitrine werden zudem kleinformatige prähistorische Objekte gezeigt, die die Weiblichkeit und damit auch fast immer die Mütterlichkeit mit üppigen Brüsten, gewaltigen Schenkeln und breiten Becken verehren. Der Brückenschlag vom Damals zum Heute gelingt nur bedingt. Man hätte auf die Objekte auch verzichten können.

In jedem Fall kann man angesichts der Ausstellung „Idol+“ in Nina Hagens Beschwörung einstimmen: „Augenblicklich fühl‘ ich mich: unbeschreiblich weiblich“.

Idol+, Rathausgalerie, Marienplatz 8, bis 5. September, Di-So 11-19 Uhr. Konzert-Performance „Kunst oder Unfall“ mit Augusta Laar, Kalle Laar und Herbert Nauderer: Fr, 31. Juli, 20.30 Uhr

zum ganzen Artikel:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/rathausgalerie-entspannter-blick-1.2560020

Krieg im Wohnzimmer

Rose Stach und Lena Policzka stellen in der Schalterhalle des Bahnhofs ihre „War Carpets“ und eine Installation aus, die scheinbar künstliches Leben in Glaszylindern zeigt

Von Katja Sebald, Starnberg

Heitere Miene zum irritierenden Spiel: Rose Stach (links) und Lena Policzka bilden Schrecken der Gegenwart auf ihre Weise ab.

Künstliches Leben oder sterbende Tiere? Medizinischer Fortschritt oder Frankensteins Gruselkabinett? Atmende Mollusken oder gärende Masse? Wachsende Embryonen oder doch nur schmelzendes Sahneeis? Im vergangenen Jahr war Lena Policzka mit ihrem fulminanten Versuchslabor der Star der Jahresausstellung in der Münchner Akademie der Bildenden Künste. Jetzt ist ihre Abschlussarbeit „250 Gramm Optimatics“ zusammen mit den „War Carpets“ von Rose Stach in der Reihe „Nah – fern“ in der Schalterhalle des historischen Bahnhofs am See zu sehen. Entstanden ist eine Ausstellung, die unter dem Titel „Werden und Vergehen“ eindrucksvoll unter Beweis stellt, dass Kunst nicht nur auf dem großen Parkett, sondern auch im kleinen Rahmen auf drängende Fragen der Gegenwart reagieren kann.

(…) Verstörend sind auch die „War Carpets“ von Rose Stach an den Wänden des abgedunkelten Raums: Auf kunstvoll geknüpften Orientteppichen wurde mittels Negativschablonen ein Großteil der Fläche schwarz abgedeckt, als Motive bleiben Panzer, Geschütze oder Maschinengewehre sichtbar. So entsteht ein spannendes Verwirrspiel zwischen Bild und Bildgrund, denn das überaus dekorative Ornament des Teppichs dient jetzt als Camouflage für das martialische Kriegsgerät, der eigentlich schmückende Teppich wird zur bedrohlich schwarzen Kriegshölle. Der Teppich gehört doch ins Wohnzimmer und der Panzer nicht auf den Teppich! Plötzlich findet der Krieg in unseren privatesten Räumen statt – und obendrein werden die Orientteppiche, die seit Jahrhunderten zum Interieur westlichen Wohlstands gehören, auf einmal zu schreienden Symbolen für die aktuellen Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten. Vertrautes wird aus seinem Zusammenhang gerissen und uns entgegen unserer Sehgewohnheiten präsentiert. Diesen Kunstgriff wendet Rose Stach auch bei ihren „Clouds“ an: Dabei handelt es sich um übermalte Fotografien, die auf den ersten Blick wie romantische Landschaften wirken und sich erst bei genauerem Hinsehen als Bilder von Gefechtsschau-plätzen offenbaren.

Die Ausstellung „Werden und Vergehen“ im Rahmen der von Katharina Kreye, Ulrike Prusseit und Ursula Steglich-Schaupp kuratierten Reihe „nah – fern“ ist bis 12. Juli 2015 jeweils freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.
©SZ vom 23.06.2015
zum Artikel „Krieg im Wohnzimmer“

Wie aus einer anderen Welt
Grandioses Kunstlabor in Gepäckhalle

von Astrid Amelungse-Kurth
Münchner Merkur / Starnberger Merkur / Kultur vom 13./14. Juni 2015

Starnberg – Warum in die Ferne schweifen, wenn das Aufregende so nah ist? Die neueste Ausstellung „Werden und Vergehen“ in der alten Gepäckhalle des Starnberger Bahnhofs hat Biennale-Qualität. Venedig liegt vor der Haustür. Erkannt haben das auch einige Stadträte, die Bürgermeisterin Eva John für die Vernissage der 20. Ausstellung der Reihe „Nah – Fern“ begeistern konnte und die sichtlich beeindruckt waren von dem gelungenen Zusammenspiel der beiden beteiligten Künstler.
Die Musiker Rupert Bopp und Bernd Detzel schufen mit ihren experimentellen sphärisch angehauchten Klängen den passenden Rahmen für dieses Kunstlabor von Lena Policzka, die unter Glasstürzen 20 Objekte aus Latex atmen lässt (…).
Dazu zeigt die Künstlerin Rose Stach ebenfalls eine Absolventin der der Akademie, Wandteppiche. Man braucht also auch nicht nach Augsburg ins Textilmuseum zu fahren, wo sie sich gerade an der vielbeachteten Ausstellung „Kunst-Stoff“ mit einigen Arbeiten beteiligt. Rose Stach übermalt Perserteppiche, legt Schablonen von Waffen, militärischen Flugzeugen, Bomben auf das bürgerlichste aller Wohnzimmeraccessoires und färbt den freiliegenden Rand der Teppiche schwarz ein. Die zurückbleibenden scherenschnittartigen Formen kriegerischer Flugkörper und Maschinengewehre entlarven als bunte Teppichmuster weicher textiler Flächen die paradiesische Friedlichkeit orientalischer Ornamente als Lug und Trug. Es ist eine plakative Bildsprache, mit der der Betrachter aus seiner gemütlichen Tagesthemenbeschaulichkeit wachgerüttelt wird, denn die Bilder aus den Krisenherden schwappen tagtäglich in jedes Wohnzimmer bürgerlicher Sorglosigkeit, für die der Perserteppich steht. Aber auch hier verschmilzt nah und fern, Außenraum und Innenraum, schließlich ist die gemütlichste Bürgerstube auch eine Konfliktzone.
„Werden – Vergehen“
Die Ausstellung ist bis 12. Juli freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

von Astrid Amelungse-Kurth
Münchner Merkur / Starnberger Merkur / Kultur vom 13./14. Juni 2015


Virtuelle Wühltische

Das Augsburger Textil- und Industriemuseum lässt 17 Künstler die Dauerausstellung umgestalten. Der Schwerpunkt liegt auf Medienkunst
Von Yvonne Poppek
Süddeutsche Zeitung vom 08.06.2015

(…) Esther Glück und Rose Stach widmen sich der Gewalt im Nationalsozialismus – und ergänzen an dieser Stelle die historische Auseinandersetzung der Dauerausstellung durch eine kluge, intensive, emotionale Ebene. Glücks „Shaping-Shirts“ – Hemden, gefertigt aus den Blättern vom jüdischen Friedhof in Augsburg und aus dem Schlamm der Eger, die die Asche der Toten aus Theresienstadt mit sich führte – erinnern an die Ermordung der Familie Arnold, die jüdischen Miteigner einer Augsburger Textilfabrik. Zugleich sind die leeren Hemden ein materialisiertes Paradoxon: die künstlerische Gestaltung eines Grauens, das nicht gestaltet werden kann. Dieses Grauen findet sich bei Stach wieder: In ihren blass-blauen Handtüchern, die mit violetten Zahlen bedruckt sind, lässt sich die Tätowierung der KZ-Häftlinge erkennen. „Ich wasche meine Hände in Unschuld“, nennt Stach ihr Projekt, eine stille Mahnung gegen das Vergessen.

Kunst/Stoff, bis 29. Nov., Di. bis So. 9-18 Uhr, Tim Augsburg, Provinostr. 46

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fresko
Kunst-Intervention!
No. 02/2015
1_Rose Stach_2015_Foto©Felix Weinold

Rose Stachs Bombenteppich Battleground von 2013. Ein geschwärzter Orientteppich in dem unverhohlene Gewalt auf den geschützten, privaten und eigentlichen Nutzungsraum des Teppichs trifft. © Rose Stach

Das traut sich nicht jedes Museum – fünf Jahre nach der Eröffnung wagt das Staatliche Textil­ und In­dustriemuseum eine kulturelle Positionsbestimmung. 17 zeitge­nössische Künstler wurden eingeladen, die Dauerausstellung des Museums zu hinterfragen und zu kommentieren. Entstanden ist eine kunstvolle Intervention.

Auf dem alten Gelände der Augsburger Kammgarnspinnerei zeigt sich derzeit, zu welch fruchtbarem Dialog es kommen kann, wenn Künstlern sowohl Bühne als auch Freiraum gewährt wird. Lichtprojektionen, Verhüllungen, gewebte Stoffe, Videoinstallationen, visuelle Poesie und avantgardistische Teppiche brechen die Dauerausstellung des Landesmuseums auf und lassen den Besucher das Museum neu erleben.

Beeindruckend ist die Aktualität: Die Kunstwerke spürenden Mustern und der Identität der gegenwärtigen Gesellschaft nach und spiegeln politische und soziale Themen, wie Globalisierung, Kapitalismus, Neokolonialismus und soziale Ungleichheit. Provokante Kunst, die unserem globalen Alltag mit Raffinesse und ästhetischen Strategien begegnet. ra
General Anzeiger_Bonn_3.12.2014_Rose Stach_low res

Bonner Rundschau_5.12.214_Rose Stach_low res
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Süddeutsche Zeitung
VON BERTHOLD NEFF

Gräfelfing – Es ist die wohl größte Ausstellung, die je in der Gemeinde zu sehen war. 85 Künstler aus Gräfelfing oder mit einem starken Bezug zum Ort machten zur 1250-Jahr-Feier das gesamte Gemeindegebiet sechs Wochen lang zur Kunstzone mit Werken, die eine große Bandbreite abdeckten. Deshalb war es für die Jury des 3. Gräfelfinger Kunstpreises alles andere als einfach, die Preisträger (vier Haupt- und 5 Anerkennungspreise) zu küren. Deutlich mehr Künstler hätten, wie es die Kunstkreis-Vorsitzende Bettina Kurle bei der Preisverleihung am Mittwochabend im Bürgerhaus formulierte, „eine Anerkennung verdient für ihre engagierte Teilnahme, ihre tolle Idee, ihr überraschendes Konzept, ihre Sachkenntnis und Recherche zu Gräfelfing“. Geeinigt haben sich die Juroren darauf, den mit 3000 Euro dotierten ersten Preis Kathinka Willinek zuzusprechen für ihre Installation „Portrait der Klara Böhmer“, der ersten Frau, die in Bayern (und zwar in Gräfelfing) in den Gemeinderat gewählt wurde. Drei Künstler erhielten zweite Preise (je 1500 Euro), nämlich Hama Lohrmann für seine Landart „Sand-Steine-Rasen-Äste“ an der Tiefgarage des Bürgerhauses, Rose Stach für ihre Fotografien „Ghosthouse“ und „Shadows“…

 


Doppelbödiges Idyll

Töne, Skulpturen, Licht: Beim Gang durch Gräfelfing stoßen die Besucher auf viele Kunstwerke. 
Sie regen noch bis zum 31. Juli zum Nachdenken, zum Bewundern und zum Schmunzeln an

VON MARTIN BERNSTEIN

(…) Um Verlust, um Trauer, wenn nur noch Schatten („Shadows“) bleiben, geht es auch Rose Stach. Es ist eines der berührendsten und zugleich unspektakulärsten Werke der Kunstzone. Überall hat sie Abreißzettel angebracht. Zu sehen sind Fotografien einer verlassenen Villa, darunter – auf den schmalen Abreißstreifen, auf denen sonst die Telefonnummern stehen – hat Rose Stach Textfragmente zu Themen wie Sehnsucht und Verlust geschrieben, auch jiddische Begriffe aus unserer Alltagssprache. Abreißen, neu kombinieren, weiterdenken ist ausdrücklich erlaubt. (…)
Süddeutsche Zeitung, Stadtviertel & Landkreis, 12. Juli 2013

Münchner Feuilleton Rose Stach

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Diamantenglimmer

Galerievorschläge zur Besinnung und zum Geschenkerwerb

Wer sich vom Vorweihnachtsstress in verstopften Fußgängerzonen erholen möchte, dem sei ein alternatives Kunstprogramm empfohlen. Da gibt es zum Beispiel im Werkstattstudio/Lothringer 13 eine kleine, aber feine Ausstellung mit Arbeiten der Bildhauerin Rose Stach. Als „Debütantin 2001“ der Gedok München ausgezeichnet, präsentiert sie mit „Bodenverlegung“ eine Auswahl aus ihrem mit Witz und Originalität durchsetzten skulpturalen Werk. Es sind vorgefundene Spuren des alltäglichen Lebens. So findet sich etwa in der Arbeit „Perser“ ein kunstvolles Teppichmuster auf einer teilweise entrollten Velours-Auslegware wieder, in die eine orientalische Brücke samt der in Unordnung geratenen Fransen als Konturen eingeschnitten sind. Oder Profile von Reifenspuren in einem anderen Teppichboden, so plastisch, als hätte das Auto gerade im frischen Schnee rangiert oder ein Radler Schlangenlinien gefahren. Die „Abdrücke“ sind zugleich Spuren und Zeugnis der Handschrift der Künstlerin: Sie hat sie nämlich mi einer nagelschere gewissermaßen in den Velour eingraviert. Auf der zum Bildträger verfremdeten Auslegware erscheinen die Abformungen wie verschlüsselte Ornamente, die Geschichten erzählen von rätselhaften Zeichen unbekannten Urprungs, ähnlich wie man es von mysteriösen Luftaufnahmen kennt (bis 9. Januar). (…)
Anne Erfle
Süddeutsche Zeitung, Münchner Kultur, 17.12.01

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Südkurier

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